Ein belastungskonformes Schadensbild der Gonarthrose durch Knien oder vergleichbare Kniebelastung?

Die wissenschaftliche Begründung für eine Berufskrankheit „Gonarthrose durch eine Tätigkeit im Knien oder vergleichbarer Kniebelastung …“ geht von Gefahrenquellen durch ein- und beidseitiges Knien aus. Biomechanische Modellbildungen zur Belastungsabschätzung in diesen Haltungen am lebenden Menschen bereiten erhebliche Schwierigkeiten. Auf Grund der bekannten Roll-Gleit-Bewegung des Femurs auf dem Tibiaplateau bei Kniebeugungen wäre zu erwarten, dass eine berufsbedingte Gonarthrose durch die genannten Gefahrenquellen ein belastungskonformes Schadensbild aufweist. Dieses ist bisher nicht nachgewiesen worden, weil die Differenzierung gegenüber anderen Ursachen der Arthrose kein Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen war und weil bei fortgeschrittenen Krankheitsbildern eine Generalisierung des Schadens an allen Knorpelflächen durch Ausbreitung von Entzündungsmediatoren vom ursprünglichen Entstehungsort auf den gesamten Kniebinnenraum stattfinden dürfte. Durch biomechanische Modellüberlegungen und Untersuchungen von Kniegelenken in unterschiedlichen Beugehaltungen am offenen MRT (Stehen = 5°, Hocken = 95°, Fersensitz = 130°) konnten die Kontaktflächen dargestellt werden. Zur Klärung eines belastungskonformen Schadensbildes der beginnenden Gonarthrose durch mechanische Überbelastung bei knienden Tätigkeiten und damit zur Verifizierung der hypothetischen Kausalität der wissenschaftlichen BK-Begründung sollten weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

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