Minderung der Erwerbsfähigkeit bei Hautkrebs
Qualitätssicherung der MdE-Bewertung am Beispiel der BK-Nr. 5102 BKV

Einleitung: Die MdE-Einschätzung bei der BK-Nr. 5102 BKV wurde bisher inhomogen gehandhabt. Zur Erzielung einer einheitlicheren Umsetzbarkeit der seit 1993 bestehenden MdE-Empfehlungen wurde diese Tabelle modifiziert. Seit dem 01. 11. 2004 erfolgt die konsequente Umsetzung durch die Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie, BV Köln. Von 01. 11. 2004 bis 25. 04. 2006 wurden 55 Versicherte mit einer nach BK-Nr. 5102 anerkannten Berufskrankheit nachbegutachtet und die MdE überprüft. Material und Methoden: Als Dokumentationsbasis für die standardisierte Datenerhebung dienten die Berufskrankheitenakten. Retrospektiv wurden mittels eines standardisierten Auswertebogens u. a. Anzahl, Lokalisation, histologischer Befund der Hauttumore, Erkrankungs- und Begutachtungsjahr, die Höhe der MdE-Empfehlungen und Rentenverläufe vor und nach dem 01. 11. 2004 erfasst. Ergebnisse: Die Versicherten waren zwischen 46 und 93 Jahre alt. Die Dauer der Beschäftigung im Unternehmen lag zwischen 7,7 und 47,2 Jahren. Die Anzahl der Basalzellkarzinome, die pro Versichertem diagnostiziert wurden, betrug zwischen n = 1 und n =18, die Anzahl der festgestellten Plattenepithelkarzinome zwischen n = 1 und n = 5. Bezüglich des Verlaufs der MdE-Bemessung kam es bei 35 Versicherten zu einer MdE-Änderung, bei n = 20 zu keiner Änderung. Da eine MdEÄnderung auch darauf basieren kann, dass sich der Hautzustand zwischen den beiden Begutachtungen verändert hat, ist eine differenzierte Betrachtung der Einzelfälle notwendig. 73,5 % der begutachtenden Ärzte rieten zu einer jährlichen Nachuntersuchung, die übrigen zu einer alle 2 Jahre durchzuführenden Kontrolle. Nur bei 2 Versicherten wurden in den Gutachten Angaben zu Sonnenempfindlichkeit und zur kosmetischen Entstellung berücksichtigt. Schlussfolgerungen: Im Rahmen der Qualitätssicherung könnten regelmäßige Qualitätskontrollen bei der Evaluierung weiterhin existenter Diskrepanzen in der Beurteilungspraxis hilfreich sein.
Introduction: Until recently, the determination of the reduction in work capacity (MdE) in cases coming under the occupational disease number (BK-Nr.) 5102 BKV has not been carried out consistently. Now modifications have been made to the MdE recommendations published in 1993 with the view of making them more consistent in practical use. Since 01. 11. 2004, the Statutory Accident Insurance in the Chemical Industry Cologne has been implementing these recommendations consistently. Between 01. 11. 2004 and 25. 4. 2006, 55 insured individuals with an occupational disease recognized as BK-Nr. 5102 were re-examined and their MdE levels checked. Materials and Methods: Occupational disease records served as the basis for obtaining standardized data. The data recorded on a standardized evaluation form included information on localisation and histological findings for skin tumours, the year in which the disease appeared and was initially appraised, and the levels of the MdE recommendations before and after the 01. 11. 2004. Results: The insured individuals were between 46 and 93 years of age. The length of time worked at the company was between 7.7 and 47.2 years. The number of basal cell carcinomas diagnosed in each case was between n = 1 and n =18 and the number of squamous cell carcinomas between n = 1 and n = 5. The MdE recommendations for 35 insured individuals were changed and for 20 individuals not changed. Because changed MdE levels can also be due to changes in the condition of the skin between the two examinations, it is necessary to carry out a differentiated examination of each individual case. 73.5 % of the doctors carrying out the examinations advised yearly follow-up examinations, the rest advised that an examination be carried out every two years. Only in the case of two insured individuals were sensitivity to sunlight and cosmetic adjustment mentioned in the doctors‘ reports. Conclusions: Regular quality checks within the framework of quality control would be likely to help evaluate further still-existing discrepancies in appraisal practice.

Downloads:

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

ASU-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den ASU-Newsletter kostenlos abonnieren:

ASU-Jobbörse

An der richtigen Stelle suchen. Bei der reichweitenstärksten Stellenbörse für die Arbeitsmedizin.

Zur Jobbörse

Kostenloses Probe-Abo

Die aktuelle Ausgabe

Gratis
Probe-Lesen

Jetzt kostenlos testen

Testen Sie unverbindlich zwei Ausgaben „ASU –Arbeitsmedizin | Sozialmedizin | Umweltmedizin“