Einflussfaktoren auf Berufskrankheiten-Verdachtsanzeigen zwischen 1950 und 2002

Einleitung: Verdachtsanzeigen auf das Vorliegen einer Berufskrankheit (BKVA) stehen am Beginn des Berufskrankheiten-(BK)-Feststellungsverfahrens. Welche Faktoren die Erstattung einer BKVA beeinflussen, ist weitgehend unbekannt. Die Studie soll hierzu Basisinformationen liefern. Methode: Es wurden die Daten zu BK-Feststellungsverfahren der Berufskrankheitendokumentation der gewerblichen Berufsgenossenschaften (BK-DOK) von 1950 bis 2002 ausgewertet. Ergebnisse: Über die Jahrzehnte zeigte sich eine schwankende Häufigkeit von BKVA, wobei zwei Häufigkeitsmaxima durch BKVA wegen Silikose (1954) und wegen Lärmschwerhörigkeit (1977) bedingt sind. Das dritte Maximum (1993) ist auf eine Zunahme von BKVA aufgrund mehrerer Berufskrankheiten zurückzuführen. Die Zahl der Positionen auf der Berufskrankheiten-Liste und die Versichertenzahl beeinflussen unabhängig voneinander die BKVA-Zahl. Ein Einfluss der BK-Merkblätter auf die Gesamtzahl der BKVA lässt sich statistisch nicht nachweisen. Bezogen auf die Zahl der Vollarbeiter nimmt die BKVA-Zahl ab. Schlussfolgerung: Der Erstattung einer BKVA geht ein vielschichtiger Prozess voraus, der bislang immer noch wenig verstanden wird. Die Studie kann einige Einflussfaktoren dieses Prozesses beschreiben und generiert Hypothesen für weitere.
Introduction: Submission of claims for occupational diseases is the first step in the recognition of occupational diseases. It is largely unknown which factors influence the decision to submit a claim. The present study aims to evaluate this matter. Methods: Data from the statistics for occupational diseases of the federation of the institutions for accident insurance and prevention (BK-DOK) were analyzed retrospectively for the years 1950 to 2002. Results: Our results show fluctuating numbers of submissions with three maxima associated with silicosis (in 1954), noiseinduced hearing loss (in 1977) and the third in 1993 associated with an increase in several occupational diseases. Independent factors affecting the number of submissions are the number of diseases defined by law as occupational diseases and the number of insured persons. There were some indications of an independent role of some occupational diseases and the awareness of the physicians, but our data allowed no evaluation of these factors. The number of claims was not affected by the issue of data sheets for occupational diseases. The number of claims for occupational diseases as a proportion of the total number of people in work is decreasing over time. Conclusion: In conclusion, the decision to submit a claim for an occupational disease is the end point of a complicated process which is still inadequately understood. The present study describes some factors affecting this process and generates hypotheses for some more.

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