Kritische Wertung aktueller Anmerkungen zum „Mainz-Dortmunder Dosismodell – MDD“ zur Beurteilung der Wirbelsäulenbelastung bei der BK 2108

Im Jahre 1999 wurde das Mainz-Dortmunder Dosismodell (MDD) als Vorschlag zu einer einheitlichen Vorgehensweise bei der Ermittlung und Beurteilung der arbeitstechnischen Voraussetzungen einer Berufskrankheit (BK) Nr. 2108 publiziert. Die Vorstellung und Nutzung des MDD hat zu Kommentierungen in der wissenschaftlichen Literatur geführt. Ausführliche „Anmerkungen zum Mainz-Dortmunder Dosismodell als Verfahren zur retrospektiven Beurteilung der beruflichen Exposition gegenüber Lastenhandhabung und Arbeiten in extremen Körperhaltungen“ wurden im vergangenen Jahr in dieser Zeitschrift von Liebers und Caffier (Heft 9, 2001) vorgestellt. Jene Anmerkungen betreffen allerdings vielfach nicht das MDD selbst, sondern die rechtlichen Grundlagen der Berufskrankheit beziehungsweise MDD-unspezifische Aspekte des Berufskrankheiten-Feststellungsverfahrens:
1) die gegenwärtige Definition der BK mit Fokussierung auf Heben oder Tragen „schwerer“ Lasten sowie „extreme“ Rumpfbeugehaltungen,
2) die nicht eindeutigen Kriterien im korrespondierenden BKMerkblatt,
3) die unsachgemäße Datenerhebung für die Beurteilung im konkreten Fall,
4) das insgesamt beschränkte Wissen um berufliche Expositionen.
Aus Sicht der MDD-Autoren können die Anmerkungen von Liebers und Caffier zu Fehlinterpretationen führen. Daher werden die wesentlichen Aspekte in dieser Arbeit kommentiert und, wenn erforderlich, richtiggestellt.
1) Institut für Arbeitsphysiologie an der Universität Dortmund
2) Hessisches Sozialministerium, Wiesbaden
3) Großhandels- und Lagerei-Berufsgenossenschaft, Mannheim
4) Süddeutsche Metall-Berufsgenossenschaft, Mainz
5) Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Mainz
6) Bau-Berufsgenossenschaft Rheinland und Westfalen, Wuppertal
In 1999, the Mainz-Dortmund Dose Model (MDD) was presented as a suggested uniform procedure for quantifying and assessing the load on the spine in accordance with the prerequisites for Occupational Disease No. 2108. The introduction and use of the MDD led to comments in the scientific literature. Comprehensive remarks on the Mainz-Dortmund Dose Model as a procedure for the retrospective assessment of the manual handling of materials and work in extreme postures were provided by Liebers and Caffier last year in this journal (issue 9, 2001). Those remarks, however, do not concern the MDD method itself in many cases, but the legal basis of the occupational disease, or aspects of the procedure for evaluating occupational diseases unspecific to the MDD:
1) the present definition of the occupational disease focussing on lifting and carrying of „heavy“ objects and postures with „extreme“ inclination of the trunk,
2) the unclear criteria in the corresponding sheet of instructions,
3) the incorrect collection of data for assessing an individual case,
4) the limited knowledge about the exposure at the workplace.
From the MDD authors’ point of view, the remarks of Liebers and Caffier may lead to misinterpretations. The main aspects of the method are therefore reiterated below.

Downloads:

  • zurück
  • Druckansicht
  • Versenden

Weitere Artikel zum Thema

ASU-NEWSLETTER

Ja, ich möchte den ASU-Newsletter kostenlos abonnieren:

ASU-Jobbörse

An der richtigen Stelle suchen. Bei der reichweitenstärksten Stellenbörse für die Arbeitsmedizin.

Zur Jobbörse

Kostenloses Probe-Abo

Die aktuelle Ausgabe

Gratis
Probe-Lesen

Jetzt kostenlos testen

Testen Sie unverbindlich zwei Ausgaben „ASU – Arbeitsmedizin | Sozialmedizin | Umweltmedizin“