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Ausländische Arbeitnehmer

Siehe auch ➙ Ethnische Einflüsse

Im Gegensatz zur Anwerbung der ersten Gastarbeiter in den späten 50er Jahren, die den entstandenen Personalmangel in der Industrie nach dem Zweiten Weltkrieg durch Zeitverträge nur überbrücken sollten, führt die weltweite Migration heute zur Einwanderung von Personen nach Deutschland oder anderen Ländern der Europäischen Union, die dort dauerhaft leben wollen. Im Jahr 2000 waren im Bundesgebiet insgesamt etwa 3 Mio. Ausländer erwerbstätig. Damit hat sich der im letzten Jahrzehnt zu beobachtende Anstieg der absoluten Zahlen fortgesetzt. Zwei Drittel von ihnen sind Arbeiter, weniger als ein Drittel Angestellte und knapp 10 % sind selbständige Unternehmer. Die Zahl ausländischer Unternehmer hat sich damit seit 1987 verdoppelt; dabei stellen die Türken die größte Gruppe. Gastronomie und Lebensmittelhandel stellen immer noch die ausländertypischen Wirtschaftsbereiche dar. Jedoch hat in den letzten Jahren die Zahl ausländischer Firmen in der Industrie und im Baugewerbe kontinuierlich zugenommen. Unter den abhängig beschäftigten Ausländern arbeiten die meisten im verarbeitenden Gewerbe, gefolgt von Handel, Grundstücks- und Wohnungswesen sowie dem Gastgewerbe. Ausländische Arbeiter sind in manchen Bereichen unverzichtbar; so beträgt ihr Anteil z. B. in fischverarbeitenden Betrieben 30 %.
Türkische Mitbürger bilden die größte Gruppe ausländischer Arbeitnehmer, gefolgt von solchen aus dem ehemaligen Jugoslawien und Italien. Unter den ausländischen Auszubildenden stellen türkische Jugendliche den größten Anteil. Von deutschen Jugendlichen absolvieren zwei Drittel eine Lehre, aber nur etwa ein Drittel der ausländischen. Schätzungen zufolge dürfte sich allein die Zahl türkischer Selbständiger bis 2010 weiterhin verdoppeln. Damit wird die Bedeutung ausländischer Arbeitnehmer für die deutsche Wirtschaft in den nächsten Jahren weiter zunehmen.


Dieser Eintrag ist ein Auszug aus dem Medizinischen Lexikon der beruflichen Belastungen und Gefährdungen, K. Landau - G. Pressel (Hrsg.), 2., vollständig neubearbeitete Auflage 2009. Das Lexikon können Sie in unserem Bookshop erwerben.

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