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Standardwerk der Arbeitsmedizin
G. Triebig, M. Kentner, R. Schiele Arbeitsmedizin Handbuch für Theorie und Praxis 3. vollständig neubearbeitete Auflage 2011 mehr
Arbeitsbewältigung
Der Arbeitsbewältigungsindex (ABI, auch Arbeitsfähigkeitsindex) stellt das Potenzial eines Menschen in den Mittelpunkt, eine bestimmte Arbeitsanforderung zu einem gegebenen Zeitpunkt zu erfüllen, zu bewältigen. Diese Selbstauskunft liefert eine verlässliche Maßzahl für das aktuelle Verhältnis von betrieblicher Arbeitsanforderung zu individueller oder kollektiver (Team, Abteilung) Leistungsfähigkeit.
Das Ergebnis stimmt in hohem Maß mit der Fremdbewertung durch arbeitsmedizinische und arbeitswissenschaftliche Experten überein:
Eine fachliche Bewertung der erhobenen Daten ist nur möglich auf der Grundlage des Arbeitsfähigkeitskonzepts, das die vier entscheidenden Komponenten des Begriffs Arbeitsfähigkeit zusammenfasst (s. u.). Eine isolierte Betrachtung des einzelnen Mitarbeiters unabhängig von seiner Arbeitsanforderung („der hat einen schlechten ABI“) ist fachlich unzulässig („bad practice“).
Der ABI wurde in Finnland im Rahmen einer langjährigen Verlaufsstudie (Follow-up) mit über 6000 Mitarbeitern in den verschiedensten Branchen und im Öffentlichen Dienst entwickelt (Tuomi et al. 1998). Er erfüllt die anerkannten wissenschaftlichen Anforderungen („state of the art“) und entspricht den Ausführungen des Arbeitsschutzgesetzes, wonach gesicherte arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse zur Anwendung kommen sollen.
Dieser Eintrag ist ein Auszug aus dem Medizinischen Lexikon der beruflichen Belastungen und Gefährdungen, K. Landau - G. Pressel (Hrsg.), 2., vollständig neubearbeitete Auflage 2009. Das Lexikon können Sie in unserem Bookshop erwerben.
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